Das Kutscherspiel

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Das Kutscherspiel ist unter den Spielen mit den Hochzeitsgästen sehr beliebt.

Benötigt werden: Vorleser, Gemahlin (Braut) und Gemahl (Bräutigam), Kutscher, Hengst, Stute, 4 Räder und die Karosse

Der Kutscher sollte einer sein, der ganz besonders auf solche Spiele steht bzw. vehement solche Spiele fordert.

Aufstellung:

Vorne: nebeneinander Stute und Hengst
Zweite Reihe: linkes Vorderrad, daneben Kutscher, rechtes Vorderrad
Dritte Reihe: Braut und Bräutigam
Letzte Reihe: linkes Hinterrad und rechtes Hinterrad.
Karosse: Alle anderen Gäste / oder alle Räder

Spielablauf:

Der Text wird verlesen, der Aufgerufene läuft einmal um gesamte Kutsche herum. Die bessere Variante ist, bei Aufruf der Bezeichnung trinkt derjenige einen keinen Schluck vom Bier. Bei dem Aufruf der Karosse stehen alle übrigen, an den Tischen verbliebenen, Gäste auf und trinken einen Schluck. Bei dieser Variante sollte schon der lustigste Gast der Kutscher sein, er muss auch was vertragen können.

1. Variante des Hochzeitsspiels

Es war an einem Samstagabend und die Gemahlin und ihr Gemahl wollten einen Ausflug machen.
Da sprach der Gemahl zum Kutscher:" Kutscher, du Kutscher, hol die Karosse und spann den Hengst und die Stute an."
Als der Kutscher den Hengst und die Stute vor die Karosse gespannt hatte, nahmen die Gemahlin und ihr Gemahl in der Karosse Platz.
Dann sagte der Gemahl zum Kutscher:" Kutscher, du Kutscher, laß den Hengst und die Stute traben."
Der Hengst setzte sich in Bewegung, während sich die Stute erst durch einen Peitschenhieb des Kutschers in Gang setzte.
Die Karosse polterte über den steinigen Weg und die 4 Räder hüpften auf und ab.
Die Gemahlin meinte zum Gemahl:" Sag dem Kutscher, er soll langsamer fahren."
Der Gemahl gehorchte, wie immer, und bat den Kutscher:" Kutscher, du Kutscher, laß den Hengst und die Stute langsamer laufen, die Karosse schaukelt zu stark und meiner Gemahlin wird übel."
Der Kutscher zügelte den Hengst und die Stute und die Räder drehten nun langsamer.
Doch plötzlich schlug das rechte Hinterrad in ein tiefes Loch und die Gemahlin erschrak. Das linke Vorderrad hin in der Luft. Das rechte Vorderrad und das linke Hinterrad wippten auf und nieder.
Die Karosse drohte umzustürzen.
Doch die Geistesgegenwart des Kutschers verhinderte ein Umstürzen der Karosse, denn er als Kutscher hatte den Hengst und die Stute fest im Griff.
Dann lobte der Gemahl den Kutscher:" Kutscher, du Kutscher, das hast du gut gemacht."
Nach diesem Vorfall hatte das rechte Vorderrad einen kleinen Knacks bekommen, doch die Fahrt konnte ohne größere Schäden fortgesetzt werden – die anderen Räder waren noch in Ordnung.
Nach einer Stunde ausgiebiger Fahrt in der Karosse sagte die Gemahlin zum Kutscher." Kutscher, du Kutscher, laß uns umkehren."
Der Kutscher wendete die Karosse und der Hengst und die Stute wieherten lauf. Plötzlich zog ein Gewitter auf. Daraufhin sagte der Gemahl zum Kutscher:" Kutscher, du Kutscher, las uns irgendwo einkehren."
Der Kutscher steuerte daraufhin mit der Karosse ___________________ an, und die Gemahlin und ihr Gemahl kehrten dort ein.
Und wenn sie sich nicht stören lassen, so verweilen sie dort noch immer:
Die Gemahlin, der Gemahl, der Kutscher , der Hengst, die Stute, die 4 Räder und die Karosse. Prost!

2. Variante des Spiels zur Hochzeit

Eines Tages - es war im Sommer an einem schönen Nachmittag - sagte die Königin (aufstehen und losrennen!!) zum König (ebenfalls aufstehen, usw. ...):

"Lass uns doch den Kutscher rufen und eine Fahrt über Land machen".

"Ah, das ist eine schöne Idee", sagte der König, und rief; "Kutscher!!!! - Kutscher, spann er die vier Pferde ein, wir wollen eine Fahrt machen."

Der Kutscher ging in den Stall, holte die Pferde und spannte sie vor die Räder. Sodann rief der Kutscher die Königin und den König, und bat sie, einzusteigen.

Ach, was war das ein schöner Tag. Die Sonne schien, ein laues Lüftchen wehte, die Räder klapperten über die Strasse, die Pferde schnaubten, und der Kutscher pfiff ein fröhliches Lied. "Ach, König", sagte die Königin, "was war dies eine hervorragende Idee. Und der Kutscher fährt uns ja so wunderbar!"

"Ja", sagte der König zur Königin, "da hast Du wohl recht. Und was für einen schönen Tag wir uns hier ausgesucht haben."

Plötzlich jedoch zogen dunkle Wolken auf. Es fing an zu regnen, blitzte und donnerte, die Pferde wurden unruhig, und bei dem nassen Wetter blieben die Räder auch nicht mehr so gut auf der Strasse.

"Oh, Kutscher, beeil er sich!" rief die Königin. Wir müssen schnell nach Hause, bevor die Pferde uns ausbrechen oder wir die Räder verlieren!"

"Jawohl!" rief der Kutscher, knallte mit der Peitsche, und bemühte sich, auf dem schnellsten Weg ins Schloss zurückzufahren.

Als sie wieder zuhause waren - der König, die Königin, der Kutscher, die Pferde und die Kutsche mit vier heilen Rädern - sagte der König: "Aber ein schöner Ausflug war es trotzdem, und wie gut, dass wir den Kutscher haben!"

3. Variante

Zusaätzlich zu den oben genannten Figuren gibt es hier noch:

  • Tiefer, dunkler Wald = das Publikum
  • Stock und Stein = das Publikum

Es war einmal vor langer Zeit, da fuhr ein König mit seiner Königin in einer schönen Kutsche, gelenkt von seinem treuen Kutscher, mit zwei stolzen Pferden über Stock und Stein durch einen tiefen, dunklen Wald. Der König vertraute seinem Kutscher, denn der Kutscher hatte die beiden schon immer wieder gesund und munter nach Hause in ihr stolzes Schloss gebracht. Deswegen hatte auch die Königin an diesem Abend keine Angst, durch den tiefen, dunklen Wald zu fahren und eventuell von irgendwelchen Dieben überfallen zu werden.

Ganz plötzlich rumpelte die ganze Kutsche. Die Pferde scheuten und drohten über Stock und Stein durch den tiefen, dunklen Wald zu flüchten. Der König fragte besorgt: "Kutscher, Kutscher, mein lieber Kutscher, mein herzallerliebster Kutscher was ist mit den Pferden los. Ist etwa das linke Hinterrad gebrochen, als du über Stock und Stein gefahren bist?". Darauf sagte der Kutscher zum König: " Nein mein König, ich glaube eher es war das rechte Hinterrad. Ist mit der Königin alles in Ordnung?" Daraufhin sagt die Königin zum Kutscher: "Kutscher, Kutscher, mein lieber Kutscher, mein herzallerliebster Kutscher, für mich klang es eher so, als ob das linke und das rechte Vorderrad gebrochen sind. Ist denn mit den Pferden alles in Ordnung? Es wäre schade, wenn sie über Stock und Stein durch den tiefen, dunklen Wald fliehen würden." Der Kutscher sagte zur Königin: " Nein, die Pferde sind nur beunruhigt. Ich werde einmal von der Kutsche absteigen und die Pferde beruhigen." Der König sagte zu seinem Kutscher: " Kutscher, Kutscher, mein lieber

Kutscher, mein herzallerliebster Kutscher, pass auf, dass du dich nicht verletzt, indem du auf Stock und Stein nachsiehst." Der Kutscher sagte zum König: "Nein, ich werde mich schon nicht verletzten. Ich werde auch gleich nachdem ich die Pferde beruhigt habe nach den Rädern sehen und nachsehen, ob die Kutsche noch voll intakt ist."

Der Kutscher stieg von seiner Kutsche und ging über Stock und Stein zu den Pferden und beruhigte die Pferde mit einigen ruhigen Worten. Danach ging er um die Kutsche, kontrollierte das rechte Vorderrad, dann das rechte Hinterrad, das linke Hinterrad und das rechte Vorderrad und zum Schluss die Kutsche. Danach stieg er wieder auf die Kutsche und nahm die Zügel der Kutsche wieder in seine Hand.

Der König sah seine Königin an und fragte dann den Kutscher: " Kutscher, Kutscher, mein lieber Kutscher, mein herzallerliebster Kutscher, welches von den Rädern war denn nun gebrochen?" Daraufhin sagte der Kutscher zum König: " Es war weder das rechte Vorderrad, noch das rechte Hinterrad, das linke Hinterrad und auch nicht das linke Vorderrad. Die Kutsche ist auch voll in Ordnung.

Es war wahrscheinlich nur ein großer Ast, der gegen die Kutsche geflogen ist und damit die Pferde scheu gemacht hat." Die Königin sagte zum Kutscher: " Kutscher, Kutscher, mein lieber Kutscher, mein herzallerliebster Kutscher, dann können wir jetzt unbesorgt aus diesem tiefen, dunklen Wald heraus fahren und in unser Schloss zurückkehren?" Der Kutscher sagte zur Königin: "Aber ja, meine Königin. Wir sind bald sicher wieder zu Hause. Ich werde die Pferde jetzt über Stock und Stein jagen, damit wir diesen tiefen, dunklen Wald so bald wie möglich verlassen können."

Der Kutscher trieb die Pferde an, die Kutsche rollte über Stock und Stein und fuhr bald aus dem tiefen, dunklen Wald auf den Hof des Schlosses. Der Kutscher stieg von der Kutsche, geleitete den König und die Königin aus der Kutsche, spannte die Pferde ab, kontrollierte noch einmal das rechte und linke Vorderrad und das rechte und linke Hinterrad und ging dann in den Stall, um die Pferde zu versorgen. Der König und die Königin waren sehr zufrieden mit ihrem Kutscher. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben

der König, die Königin, der Kutscher, die Pferde und die Kutsche auch heute noch in den Schloss vor den tiefen, dunklen Wald und fahren mit der Kutsche über Stock und Stein.